Studie: „Der Reiseweltmeister meldet sich zurück“

Das sind gute Nachrichten: Die Reiseintensität der Deutschen steigt wieder. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) will in diesem Jahr in den Urlaub fahren. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 45 Prozent.

Die Zahlen stammen aus der 38. Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen, die heute vorgestellt wurde. In der Untersuchung, die im Dezember 2021 und im Januar 2022 durchgeführt wurde, wurden mehr als 3.000 Bundesbürger im Alter von 18 bis 74 Jahren repräsentativ befragt.

33 Prozent der Bürger sind noch unentschlossen, jeder Fünfte will in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren. Eine Urlaubsreise wird von der Stiftung als Reise von wenigstens fünf Tagen Dauer definiert.

Top-Ziele sind Deutschland, Spanien und Italien

Bei den Reisezielen bleibt Deutschland das meistgefragte Ziel (31 Prozent). Unter den Auslandsdestinationen ist die Nummer eins weiterhin Spanien, gefolgt von Italien. Eine Fernreise strebt jeder Siebte (14 Prozent) der Befragten an – das ist ein leichtes Plus von zwei Prozentpunkten gegenüber 2021.

Auch in diesem Jahr muss die Touristik erneut mit vielen kurzfristigen Buchern rechnen. Fast jeder Vierte (23 Prozent) gab an, sich kurzfristig entscheiden zu wollen, ob er tatsächlich verreisen möchte, abhängig von der Entwicklung der Lage vor Ort wie etwa der Impfquote, Einstufung ob Risikogebiet oder wegen möglicher Quarantänemaßnahmen.

Die Corona-Pandemie beeinflusst weiterhin die meisten Deutschen bei der Urlaubsplanung. 88 Prozent bestätigten diese Frage. Am meisten beschäftigt sich die Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen mit der Frage. Hier liegt der Wert bei 90 Prozent.

Corona: Sorge vor Stornierung der Reise höher als vor Infektion

Die Sorge vor einer Stornierung der Reise ist laut der Untersuchung größer als vor einer Corona-Infektion. Jeder vierte Bundesbürger (24 Prozent) sorgt sich, dass seine Urlaubsreise kurzfristig abgesagt wird und hierbei für ihn Kosten entstehen. Weitere 24 Prozent sind beunruhigt, dass sie in Quarantäne müssen. Nur 19 Prozent haben Angst, sich im Urlaub mit Corona zu infizieren. 17 Prozent gaben an, sich zu sorgen, dass sie nicht wieder nach Deutschland einreisen dürfen.

Erfragt wurde darüber hinaus, ob der Bundesbürger im Urlaub eher den Fokus auf Sicherheit im Urlaubsgebiet oder auf mögliche Einschränkungen legt. Das Ergebnis ist deutlich: Fast 60 Prozent der Bundesbürger haben Angst vor zu strengen Corona-Auflagen vor Ort. Nur 40 Prozent gaben an, Angst vor zu wenigen Corona-Auflagen vor Ort zu haben. „Das zeigt, dass es eine gewisse Corona-Müdigkeit unter den Bundesbürgern gibt“, meint Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen.

„Das Reisejahr fällt nicht aus“

Insgesamt schätzt der Wissenschaftler den Verlauf des Touristikjahrs 2022 optimistisch ein: „Corona wird auch 2022 das Reiseverhalten beeinflussen. Es ist aber nicht zu befürchten, dass das Reisejahr deshalb ausfällt. Die Bundesbürger sitzen bereits auf gepackten Koffern. Der Reiseweltmeister meldet sich wieder zurück.“

 

 

(Quelle: Touristik Aktuell)

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